Was ist Terrestrisches Laserscanning?

Anwendungsbereich

Terrestrischer Laserscanner Kirche, Spatial Humanities
Terrestrischer Laserscanner im Messeinsatz

Ende der 1990er Jahre hielt das Verfahren des terrestrischen Laserscannings (TLS) Einzug in das Vermessungswesen. Anfangs nur im Nahbereich einsetzbar, kann heute mit einigen Gerätesystemen auch ein Entfernungsbereich von mehreren hundert Metern bis hin zu einem Kilometer erfasst werden. Die Methode lässt sich weitgehend automatisieren und bildet eine ausgezeichnete Ergänzung zur terrestrischen Photogrammetrie und zur photographischen Dokumentation. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, die sich mit der automatisierten Verarbeitung und Modellierung der anfallenden riesigen Datenmengen beschäftigen.

Funktion

Terrestrischer Laserscanner Funktion, Spatial Humanities
Funktionsprinzip eines Terrestrischer Laserscanner (Vermessung eines Innenraumes).

Das terrestrische Laserscanning, die Abkürzung TLS hierfür hat sich mittlerweile weltweit etabliert, ist eine automatische Messtechnologie. Ausgehend vom Laserscanner-Standpunkt werden mit einem Laserstrahl in alle umgebenden Raumrichtungen Winkel und Strecken gemessen. Auf diese Weise wird ein Objekt durch eine sehr große Anzahl von Messpunkten (Punktwolke) in seiner geometrischen Form diskretisiert. Der Grad, mit dem das Objekt dabei in einzelne dreidimensionale Koordinaten zerlegt wird, kann in der Regel frei gewählt werden. So liefert der Scanner innerhalb weniger Minuten eine detaillierte 1:1-Kopie der Objektoberfläche z.B. eines Gebäudes, die vielfältig weiterverarbeitet werden kann. Zu den Anwendungsmöglichkeiten gehören Schnitte, Ansichten, Oberflächenreliefs, Soll-Ist-Vergleiche, CAD-Modelle oder Kollisionsanalysen.

Terrestrisches Laserscanning in der Inschriftenforschung

Im IBR-Projekt wird das geometrische Verfahren des TLS durch die radiometrische (Nahbereichs-) Photogrammetrie ergänzt. Grund ist, dass die Vor- und Nachteile beider Methoden sich positv ergänzen. Um die extrem aufwändige Auswertung der unstrukturierten Punktwolken zu beschleunigen, werden im IBR-Projekt größere TLS-Datenmengen - wie z.B. ein kompletter 360°-Rundumscan - nur in einer photogrammetrischen 2D-Projektion (Panoramaansicht) dargestellt. Nur in speziellen Bereichen (z.B. bei einem Inschriftenträger) werden allein anhand der Punktwolken 3D-Modelle höherer Abstraktion entwickelt.