Software-Architektur

Die in IBR entwickelte Software ermöglicht es, heterogene Fach- und Geodaten nach wissenschaftlichen Standards zu speichern, semantisch zu verknüpfen und in einer Webanwendung zur Verfügung zu stellen. Die hier entwickelten Werkzeuge sollen dabei auch über den konkreten Anwendungsfall der Inschriftenforschung hinaus für ähnliche Projekte im Kontext der Spatial Humanities nutzbar sein. Diesen Anforderungen entspricht die im Folgenden skizzierte Architektur.

Software Spatial Humanities
Software-Architektur des IBR-Projekts

Spatial Store

Der Spatial Store speichert geometrische Beschreibungen dreidimensionaler Objekte. Auch diese erhalten URIs und können dadurch eindeutig angesprochen und verlinkt werden. Die geometrischen Daten dienen als Berechnungsgrundlage etwa zur Längenmessung von Objekten.

Triple Store und GenericViewer

Die eigentliche Verknüpfung zwischen Raum- und Fachdaten erfolgt in einem Triple Store. Dort werden Informationen als RDF-Tripel gespeichert, die als einfache Aussagen über Texte und Geometrien in der Form Subjekt-Prädikat-Objekt vom Nutzer eingegeben werden. Im Gegensatz zu den geometrischen, rein numerischen Daten des Spatial Store werden hier semantische Informationen in teils natürlichsprachlicher (also menschenlesbarer), teils formalisierter (maschinenlesbarer) Form abgelegt.

Die Bedienung des Systems erfolgt im Generic Viewer, einer vollständig in JavaScript und unter Verwendung von HTML5 und webGL implementierten Web-Anwendung. Diese kommuniziert mit den verschiedenen serverseitig agierenden Stores und ermöglicht es dadurch dem Benutzer, Annotationen und geometrische Objekte hinzuzufügen sowie diese zu verknüpfen.

Externe Fachdatenrepositorien

Geisteswissenschaftliche Fachdaten liegen häufig in Form katalogisierter Textdokumente vor. Beispiele sind Quellensammlungen, aber auch Editionen wie Deutsche Inschriften Online (DIO). Diese komplexen Systeme der Wissensrepräsentation können über eine sog. ReST-Schnittstelle in die Nutzeroberfläche des GenericViewer importiert werden, ohne dass dabei der originale Fachdatenbestand verändert wird. Semantische Anreicherungen und Verknüpfungen dieser Fachdatenbestandes mit geometrischen Daten werden nach dem Stand-Off-Prinzip separat von den annotierten Dokumenten innerhalb des IBR-Systems gespeichert.